Die Highlights vom E-Day 
am 11. April 2009 in Oirschot/NL

Die Highlights vom Grobschnitt-Konzert 
am 24. Januar 2009

Die Highlights vom 13.Juicy Beats-Festival 
am 02. August 2008

Die Highlights vom Loreley-Festival am 18. Juli 2008

Die Highlights vom Rex-Theater am 03. Mai 2008

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Konzertberichte

 


Am 19.04.2008 fand zum 7. Mal das Burg Satzvey Electronic Festival 2008 des Label SynGate in der Eifel statt.
Mit eher gemischten Gefuehlen und bei wechselhaftem und kaltem Wetter traf ich am fruehem Vormittag in der Burg ein. Nach meinem letzten Besuch 2002, welches nicht so toll gewesen ist, siegte dann doch meine Neugierde. Zumal hochkaraetige Musiker wie Harald Grosskopf, Rainbow Serpent als Hauptakt auftreten sollten. Angenehm ueberrascht war ich auch ueber die Burg, deren Ambiente sich sehr zum positiven veraendert hat.

Und zugegeben, die Atmosphaere, die am Anfang des Vormittags eher verhalten war, wurde, je spaeter der Abend, grossartig. In grossem und ganzen war ich begeistert und auf das Festival in 2009 freue ich mich jetzt bereits.
Als bleibender Eindruck an diesem Tag, waren die Interviews und Konzerte mit Harald Grosskopf, und Rainbow Serpent. Alien Nature und Singh Boncard haben meinen musikalischen Geschmacksnerv nicht getroffen, jedoch sicherlich fuer den einen oder anderen begeisterten EM-Fan.
"Live at Liphook 2007", die Rainbow Serpent an diesem Tag praesentierten, fand ich am Anfang eher gewoehnungsbeduerftig, jedoch muss ich sagen, nachdem ich mir ihre CD nun fast taeglich "rauf und runter" hoere, finde ich diese einfach unbeschreiblich sensationell gut. Es ist wie eine abenteuerliche und faszinierende Reise mit einer Zeitmaschine, in der man auf verschiedenen Klangwelten, immer wieder mit Gaensehaut, gerne verweilt.

Der Hoehepunkt meines Tages, war das ent - spannende Interview mit Harald Grosskopf, Axel Heilhecker und Steve Baltes, unter anderem bekannt als "Sunyabeat", bei denen ich das Trio persoenlich kennen lernen durfte. Das anschliessende Konzert war eine unbeschreibliche ekstatische Explosion der Klangfarben und der Gefuehle und zeitweise vergass ich das Atmen ( Nach dem Konzert war ich ziemlich atemlos ). Es war einfach ein hinreissendes Konzert im wahrsten Sinne des Wortes bei dem es sogar das Publikum tobend von den Sitzen riss, was ja so in der EM - Szene selten passiert. Die CD, muss ich sagen, hoert sich interessant, aber kommt Stimmungsmaessig bei weitem nicht an das Live - Konzert heran.

Zum Abschluss moechte ich noch hinzufuegen, dass die hervorragende Veranstaltung des Labels SynGate von Anfang bis Ende einfach gelungen war.



Rosina Denaro


Bereits zum 2. Mal fand das Ambient Experience Festival am 03.05.08 im Rex Theater in Wuppertal statt. Organisiert wurde dies wieder von Bernd Scholl von Moonbooter, der leider, zu meiner grossen
Enttaeuschung, an diesem Tag wegen Krankheit nicht auftreten konnte. Jetzt stimmte zum Festival endlich das Wetter, es war ein perfekter Fruehlingstag. Vor einem Jahr bereits habe ich schon auf Moonbooter verzichten muessen, da ich das Festival, welches in Januar stattfand, wegen sehr schlechtem Wetter nicht besuchen konnte. Nun, ich hoffe, dass es Bernd Scholl wieder besser geht und das ich ihn in diesem Jahr
in Bielefeld zum Electronic-Circus Festival am 20.09.08, ohne Zwischenfaelle, live erleben darf.
Das Rex Theater ist sehr nostalgisch eingerichtet und ich finde das das ehemalige umgebaute Kino eine hervorragende Location fuer das Ambient Experience Festival ist und auch in Zukunft sein wird. Es ist, meiner Meinung nach, ein Ort mit hohem Wiedererkennungswert.

Nun, der Tag war dann doch nicht so enttaeuschend wie ich es mir gedacht habe, trotz der sehr unprofessionellen Moderation von Uwe Brammeier, der die Musiker mehr schlecht als Recht an diesem Abend durch das Programm fuehrte. Ich habe mich sehr gewundert, da er regelmaessig Radiosendungen im Buergerfunk und Internet Podcast moderieren soll.

Als Musiker trat als erster Uwe Rekzeh auf, der mit anfaenglicher Nervositaet sein Programm mit steigender Souveraenitaet absolvierte. Seine Musik, die mich an Tangerine Dream erinnerten, und sein kreatives Buehnenbild mit effektvollen Lichteinlagen fanden grossen Beifall beim Publikum.
Nach kurzer Pause trat dann Stefan Erbe als Astronaut auf. Sein ansprechendes effektvolles Buehnenprogramm wurden mit Stuecken aus seiner aktuellen CD "Speed of Life" und der aktuellen CD von Moonbooter "Lunatic Voyage" untermalt die die Zuhoerer im Saal begeisterte.
Obwohl er normalerweise an diesem Tag mit Bernd Scholl alias Moonbooter auftreten sollte, hat Stefan Erbe ihn, finde ich, wuerdig vertreten.
Die Formation Wellenfeld, die als dritter Akt auftraten, mussten leider in ihrem gesamten Auftritt mit einem technischem Defekt kaempfen. Das uebersteuerte Brummen in ihrer Musik, stoerte die Zuhoerer jedoch ueberhaupt nicht und mit einigen Stuecken aus ihrer CD "Sunshine" waeren Wellenfeld auch auf einem Dancefloor gut vertreten.

Endlich dann, der Hauptakt an diesem Abend. Die Carboneids mit Bjoern Jeppesen und Claus Holm Lynglund ( Was fuer ein Zungenbrecher ). Ich fand ihre Musik sehr gut und ihr Stil aehnelte sehr der Musik von Daft Punk die ich auch sehr gut finde. Zumal ich Daft Punk letztes Jahr, in einem grossartigen Konzert, live in Duesseldorf erleben durfte. Zurueck zu den Carboneids. Zu deren Vorbilder gehoeren auch Kraftwerk die unverkennbar in ihrer Musik zu hoeren und zu spueren sind. Dieser Akt ging schliesslich nahtlos in Nattefrost ueber, das Soloprojekt von Bjoern Jeppesen. Als Ueberraschungsgast wurde Bjoern, mit den Stuecken "Kopenhaachen" und "Perfectly Connected", von Robert Schroeder alias Phil Molto an Gitarre und Keyboard begleitet und das war wohl das Highlight an diesem Abend.
Ich glaube, das war der leidenschaftlichste Auftritt an diesem Abend und nach dem letzten Stueck aus dem Album
"Transformation" von Nattefrost, forderte das Publikum, voellig ausser sich vor Begeisterung, nochmals um eine Zugabe, die auch prompt von den beiden Musiker erfuellt wurden.

Abschliessend zu diesem Abend muss ich sagen, das es ein recht gelungener Festival war. Auch wenn Stefan Erbe peinlicherweise zuletzt das Publikum bat, "die elektronische Musik so gut wie moeglich zu unterstuetzen, da nur sie durch uns Zuschauer und Zuhoerer ueberlebensfaehig sei", so sei von mir bemerkt, dass die elektronische Musik in jeglicher Form ueberleben wird und das sie nicht vom Aussterben bedroht ist. Jedem Zuhoerer bleibt schliesslich selbst ueberlassen, welche Musikart und welches Konzert er hoeren und besuchen moechte.



Rosina Denaro


Mein Festival Highlight in diesem Sommer, war das Night of the Prog-Festival auf der Loreley, welches vom 18.07.08 bis zum 20.07.08 zum dritten Mal mit sehr vielen hochkaraetigen und internationalen Musikern stattfand. Das Festival bekommt Jahr fuer Jahr immer mehr an Bedeutung und die Besucher kommen aus allen Herren Laender.
In den Tagen trafen wir Besucher aus Schottland, Irland, Frankreich und sogar aus Kanada, die eigens wegen ihrer Idole angereist waren.
Es sollte ein traumhaftes und unvergessliches Wochenende werden, obwohl die Wetterprognosen die ich mir im Internet vorher angeschaut habe, nichts gutes versprachen. In den 3 Tagen stimmte einfach alles. Das Wetter. Die Unterbringung im Hotel "Berlin" in Kaub.
Das Essen. Der Wein. Die beeindruckende Landschaft mit ihren vielen einzigartigen Sehenswuerdigkeiten wie z.B. das Bluecher-Museum oder die Burg Sauer und selbstverstaendlich die Kulisse des antiken Amphietheater auf der Loreley, die hoch ueber den Rhein liegt und die einen atemberaubenden Blick ins Tal zeigt. Und nicht zuletzt die vielen netten Leute die ich kennen gelernt habe.(Liebe Gruesse an Nina, Bastian und Steffan!!!)

Nach einer kurzen Irrfahrt durch Koblenz trafen ich, Mario und Thomas puenktlich zum verabredeten Interviewtermin mit Klaus Schulze und Lisa Gerard im Hotel Mercure in Lahnstein ein. Leider ging es nicht, wie vereinbart, puenktlich los, Es war jedoch nicht weiter schlimm, denn das aufschlussreiche Interview mit Klaus Schulze und Lisa Gerard, hat das lange Warten dann doch ertraeglich gemacht. Klaus erlaeuterte uns viele interessante Einblicke zu seinem neuem Album "Farscape" die er mit Lisa Gerard eingespielt hat und er freute sich sichtlich auf seinem bevorstehendem fulminanten Auftritt.

Ueberhaupt, es war ein sehr entspanntes Interview mit dem ungewoehnlichem Duo und mir kam es vor, als wuerde ich vor allem Klaus bereits ewig kennen. Er ist ein Kuenstler ohne jegliche Beruehrungsaengsten, der fuer alles Neue aufgeschlossen gegenuebersteht. Einfach ein faszinierender Mensch.

Nun, nachdem Interview und einer kulinarischen Staerkung in der Naehe der Loreley, ging der spannendste Teil des Festivals weiter. Leider haben wir die Konzerte mit Solar Moon und Hipgnosis aus Zeitgruenden verpasst als wir dennoch rechtzeitig zum Konzert der Gruppe Isildurs Bane aus Schweden eintrafen. Ihre Musik war sehr ungewoehnlich, experimentell und doch sehr hoerenswert. Das Sextett praesentierte den begeisterten Zuschauern ein wirklich anspruchvolles Konzert mit klassischen, symphonischen, elektronischen und rockigen Elementen die mit "echten" akustischen Musikinstrumenten erzeugt wurden.

Von dem anschliessenden Konzert mit Tangerine Dream, war ich ein wenig enttaeuscht. Da ich die Gruppe zum ersten Mal gesehen habe, hatte ich den Eindruck, das die Musik ueberhaupt nicht live gespielt wurde. Obwohl ich die Musik von Tangerine Dream sehr gerne mag, war das gezeigte Programm mehr Show wie gut gespielte Musik. Dagegen fand ich die feuerwerkartigen Lichtshoweffekten sehr gut und als das Stueck
"Das Maedchen auf der Treppe" gespielt wurde, bekam ich dann doch eine Gaensehaut. Die Stimmung im Publikum war sehr gut. Vor allem bei den aelteren Stuecken war die Menge ausser sich vor Begeisterung.
Als Abschluss an diesem Abend traten Klaus Schulze und Lisa Gerard als Hauptakt auf. Nachdem Klaus zuerst einen ca. 40 min Solopart auf der Buehne gespielt hat, von dem auch ich total begeistert war, weil er ausser seinen typisch raeumlich gespielten Flaechen auch sehr rhythmische Sequenzen spielte. Es ist immer wieder erstaunlich, wie er die Zuhoerer, durch seine improvisierten melodischen Passagen, hypnotisch in seinem Bann zieht. Teilweise wurde das Publikum ehrfurchtsvoll still und nur das Geklapper der Aufraeumarbeiten hinter der Buehne und die vereinzelten Zurufe einiger Fans ( Sie nannten ihn "Guru") unterbrachen die sakrale Stimmung.

In dieser Stimmung trat dann Lisa auf, die sich, mit ihrer grossartigen wandelbaren Stimme, wunderbar in Klaus Klangbilder fuegte und darin miteinander verschmolz. Ihre Musik, ein Gemaelde von Stimme, Sequenzen und Rhythmus, erzeugten bei mir eine Dauergaensehaut und die von dem Duo praesentierten Stuecke der aktuellen CD
"Farscape" fand auch bei den Zuschauern grosse Zustimmung.
Klaus war an diesem Abend in sehr guter Stimmung was nach ca. 5 Jahren Buehnenabstinenz auch verstaendlich ist. Nach diesem bewegendem Konzert gab es von Klaus und Lisa noch eine ausgedehnte Zugabe, fuer die sich die Zuschauer bei den Beiden mit tosendem Beifall bedankten. Auch Klaus bedankte und verabschiedete sich sichtlich bewegt von dem Publikum und so ca. 1 Uhr in der Frueh ging ein fuer mich sehr exzellenter Festivaltag zu Ende.



Rosina Denaro


Meine Vorfreude auf das jaehrliche Juicy-Beats-Festival ist jedesmal riesig. Das Festival waechst seit Jahren in
Bezug auf die Anzahl der Buehnen und der auftretenden Musiker. Ich erinnere mich an das Festival vor 7 Jahren, dortwar ich das erste Mal anwesend. Es war alles kleiner und improvisierter.

Inzwischen ist das Festival zu einer festen Groesse im Festivalkalender innerhalb der elektronischen Musikkultur in Deutschland geworden. Die letzten Male kamen fast 20.000 Zuschauer. Fuer mich ist es das schoenste Open-Air-Festival, einmal wegen der der enormen Bandbreite der Musik und andererseits wegen dem einmaligen gruenen Ambiente in der Natur des Dortmunder Westfalenparks.

Es ist im Vorfeld immer ein Bangen, ob das Wetter mitspielt. Bislang sind wir vom Regen immer verschont worden. Eigentlich ist der Termin immer der letzte Samstag im Juli. Dieses Jahr musste der Termin aber wegen der Loveparade in Dortmund um 1 Woche nach hinten verschoben werden. Das war auch gut so, denn eine Woche
frueher waere das Festival buchstaeblich ins Wasser gefallen. An diesem Tag waren starke Unwetter ueber Dortmund und brachten rd. 200 Liter Regen. Aber gluecklicherweise sind wir davon verschont worden. So war es zwar ein nicht sehr warmer Tag, aber es war fast trocken und die Sonne kam zeitweise auch heraus.

Es lohnt sich immer sehr frueh dort zu sein, da es dann noch nicht zu voll ist und man dann die Ruhe der Natur gepaart mit den noch ruhigeren Klaengen der ersten Gruppen mitbekommt. Es ist einfach wunderbar auf der Wiese zu liegen und der Live-Musik zuzuhoeren. Dabei gibt es immer wieder neue unbekannte Gruppen und Musikstile zu entdecken.

Da die Gruppen auf den zahlreichen Buehnen parallel spielen, ist es unmoeglich alle Konzerte mitzubekommen.
Die Buehnen sind ueber den ganzen Park verteilt, so dass man zum Teil grosse Entfernungen ueberbruecken muss um von einer Buehne zur anderen zu kommen, d.h. am Ende des Tages summiert sich die Anazhl der gelaufenen Kilometer auf eine gewaltige Zahl.

Wir haben an diesem Tag u.a. DJ Badre, Flora, elodieO, Mediengruppe Telekommander, Rummelsnuff, Digitalism und Eins Live Moderator Klaus Fiehe gesehen. Es war wieder ein tolles und erlebnisreiches Festival an einem
schoenen Sommertag im Gruenen. Bei Juicy Beats 14 sind wir wieder dabei.

Eine Zusammenfassung der besten Ausschnitte des Festivals werden wir auf unserer Videoseite einstellen.


Thomas Broich



Nach einem aufschlussreichen Interview mit den Musikern der Gruppe Grobschnitt, war es an der Zeit mir einen guten Stehplatz auszusuchen. Es war gar nicht so einfach, da die Hagener Stadthalle voellig ausverkauft war. Nachdem ich mir erfolgreich ein Plaetzchen vor der Buehne ergattert hatte, habe ich die sehr gute Stimmung auf mich einwirken lassen. Es war ein sehr gemischtes entspanntes Publikum jeden Alters; der juengste Zuschauer war erst 8 Jahre alt.

Ich kenne Grobschnitt nur aus Erzaehlungen und Erlebnissen von Eltern und Freunden und so war ich schon sehr neugierig was mich an diesem Abend erwarten wuerde. Auf jeden Fall sollte ich mich auf eine bombastische Show einstellen. Und je naeher der Konzertauftakt rueckte, desto groesser wurde meine Spannung, auch innerhalb des Publikums.

Die Show startete bombastisch. Ich hatte mir schon vorsorglich Ohrstoepsel in meine Ohren gesteckt, denn wahrscheinlich waere ich heute taub. Das ist nicht negativ gemeint, denn der Sound war sehr gut abgemischt. Kompliment an die Soundmixer von Grobschnitt. Die Pyrotechnik, die zwischendurch effektvoll eingesetzt wurde, veranlasste mich zu der Sicherheitsmassnahme des Ohrschutzes. Auch ein Kompliment an die Sicherheitsleute vor der Buehne, die die Ohrstoepsel in den vorderen Reihen an das Publikum verteilt haben!

Es war insgesamt ein grossartiges Konzert. Die Stilrichtung von Grobschnitt kann ich nicht beschreiben, aber das macht gerade diese Band aus. Sie laesst sich nicht in irgendwelchen konventionellen Nischen stecken. Dies drueckt Grobschnitt in ihrer Musik und vor allem auch in ihren Texten aus.
Einige Themen aus bereits aelteren Stuecken waren insofern spannend, als das sie immer noch nicht Ihre Aktualitaet verloren haben. Durch das wirklich sehr bunte, knallige Programm begleiteten uns gesanglich Willi Wildschwein und Toni Moff Mollo, deren Gesangspassagen mit einem Mix von sehr rockigen aber auch von ruhigen, teilweise auch elektronischen Elementen untermalt wurden
.
Richtig "Gaensehautfeeling" bekam ich bei dem Bassisten Milla Kapolke. So wie die Saenger Willi und Toni ihre kraftvollen Stimmen eingesetzt haben um das Publikum zu erreichen, so verlieh der Bassist seiner Bassgitarre seine Stimme. Und es war einfach faszinierend diesem Gesang zuzuhoeren, der mich bis ins "Mark und Bein" wohlig vibrierend erschauerte. Ueberhaupt, waren die 8 Musiker sehr gut aufeinander eingestimmt und die gute Laune spiegelte sich in ihre Musik und auf das Publikum wieder.

Jedes mal wurde ich, bevor ich in diesen gefuehlsvollen, leidenschaftlichen Klangbildern versinken konnte, mit einem lauten Knall in die Wirklichkeit katapultiert (wie im richtigen Leben!). Die Kostueme der Akteure wurden phantasievoll gestaltet und in Szene gesetzt. Die dazu verschiedenen eingesetzten Lichteffekte und Pyrotechniken gaben diesem Konzert diese eigenartige unbeschreibliche Stimmung. Und wie bereits gesagt, bevor ich ueber das Gesehene und Gehoerte nachdenken konnte, setzte entweder ein lautes und buntes Feuerwerk ein, oder geheimnisvolle maskierte Phantasiewesen sprangen, wanderten oder galoppierten ueber die Buehne. Manche Figuren fand ich recht lustig, manchmal konnte ich mir das Lachen einfach nicht verkneifen. Ich ueberlege heute noch, zu welchem Kontext diese Figuren zu den Texten standen. Die eingefleischten Fans aus aller Welt, werden es sicherlich auf Anhieb interpretieren koennen. Ausserdem, so glaube ich, war das von Grobschnitt so beabsichtigt.


Die Gruppe hat es sehr gut geschafft sich mit diesem Buehnenkonzept in den Gedaechtnissen des Publikums - vor allem bei denjenigen, die Grobschnitt bisher noch nicht gekannt haben - allzeit zu verankern. Das 4-stuendige Konzert wurde niemals langweilig. Die Band erzaehlte uns aus dem immerwaehrenden geschlossenen Kreis des Lebens Geschichten aus der Vergangenheit, Gegenwart und aus der Zukunft.

Fuer mich war es ein beeindruckender Abend.


Rosnia Denaro


Nach letzten Einkaeufen, fuer den daraufkommenden Ostersonntag, fuhren wir entspannt mit aufklaerendem Wetter los und nach ca. 2,5 Stunden und 1 x Verfahren spaeter erreichten wir Oirschot (weniger entspannt, mit grossem Hunger aber bei sehr schoenem und warmen Wetter!!).

Das Festival war bereits im vollen Gange als wir im Theater De Enck eintrafen. Leider verpassten wir das Konzert mit FD-Projekt, der einen erfolgreichen Auftritt vor einem begeisterten Publikum hatte. Auch die Musiker von 33 Tetragammon und Human Metronome kamen an diesem Tag nicht zu kurz. Auch Sie stellten ihr neues vielversprechendes Musikmaterial den neugierigen Zuschauern vor.

Nach einer kurzen Begruessung mit Ron und Kees, den Veranstaltern von E-Day 2009, die in diesem Jahr bereits zum 4 mal stattfanden, schaute ich mich in der schoenen und gemuetlich eingerichteten Umgebung des Theaters um und liess mich durch die gute Stimmung an den zahlreich besuchten Verkaufsstaenden der verschiedenen Musiklabels treiben, waehrend Mario, unser Kameramann, seineĀ  Ausruestung fuer die bevorstehenden Interviews und Konzertmitschnitten an diesem Tag vorbereitete

Ungluecklicherweise fiel an diesem Tag Thomas unser Moderator aus, der wegen einer gemeinen Grippe sein Bett hueten musste und somit uebernahm ich seinen Part, die Musiker John Dyson und Gert Emmens zu interviewen.

Es war sehr aufregend fuer mich, da ich die Musiker nur aus Konzerten bzw. CDs kannte.John kannte ich aus dem Schweden Festival welches vor 10 Jahren Winfried Trenkler veranstaltet und praesentiert wurde. (Damals war es ein aufregendes, schoenes und unvergessliches Musikereignis!!) Gert kannte ich aus einem Konzert im Oberhausener Gasometer 2 Jahren.

Diese Musiker persoenlich kennen zu lernen und mit ihnen ein Interview fuehren zu duerfen war ein grossartiges und unbeschreibliches Erlebnis aber vor allem war es fuer mich eine ganz neue und interessante Erfahrung den Musikern in dieser Art naeher zu kommen.

Es war nicht einfach zwischen all den Ostervorbereitungen und den Recherchen ueber die Musiker John Dyson und Gert Emmens, fuer mich einen halbwegs sinnvollen Fragekatalog zu erstellen. Irgendwann frueh im Morgengrauen fiel ich uebermuedet ins Bett und fiel direkt in einem komatoesen Schlaf. Das war fuer mich von grossem Vorteil, denn so brauchte ich wenigstens nicht aufgeregt zu sein.

Im Laufe des Nachmittags kam es, das wir, nach einem kurzen Imbiss, John und Freunde beim Ausladen ihrer Musikinstrumente trafen. Wir verabredeten uns umgehend mit John zu einem Interview vor seinem Konzertauftritt am Abend. Ich war ueberrascht wie einfach es war, zumal ich grosse Angst vor Verstaendigungsprobleme hatte. Aber dieses Problem loeste sich schnell in Luft auf ebenso meine Nervositaet.

Zurueck im Theater trafen wir Gert Emmens kurz vor seinem Konzert im Foyer zu einem Interview und es wurde ein lockeres, angenehmes und informatives Gespraech.

Im anschliessenden Konzert stellte Gert sein vorerst letztes Album The Nearest Faraway Place Vol. 2 vor, die uebergangslos mit Vol. 1 anknuepft.

Seine Musik begleitete eine sehr spannende Animation und zeitweise wurde der Film so spannend, dass ich einige Male Gerts Musik im Geiste einfach weggeblendet habe.

Das war fuer mich der einzige Nachteil seines Konzertes. Wenn ich jedoch meine Augen schloss, so beruehrte Gerts Musik mein tiefstes Unterbewusstsein auf eine unbeschreibliche Gaensehaut erzeugende Art und da schoss mir direkt eine Erkenntnis durch meine Gedanken, dass die Musik, gleich welcher Art, ein universelles Medium zur Kommunikation ist und somit keine Worte und visuelle Bilder benoetigt um die Menschen auf dieser Welt zu erreichen und zusammenzufuehren.

Auch wenn es Gert letztes Konzert dieser Art gewesen ist, wird er uns nicht gaenzlich verloren gehen. Wie Gert mir am Ende seines Interviews verriet, wird er in Zukunft, mit bekannten Kuenstlern, andere musikalische Projekte verfolgen. Unter anderem wird er sich der progressiven Rockmusik widmen aber auch der analoge elektronische Musik.

An Kreativitaet mangelt es Gert also nicht und somit brauche ich keine Angst haben ihn nie wieder zu sehen bzw. zu hoeren.

Ein kurzer Blick auf die Uhr verriet mir, dass es Zeit fuer das Interview mit John Dyson war und begab mich eiligst auf dem Weg zum Cafe ins Theater wo bereits Mario und John warteten. Das Wetter an diesem Tag  war wunderschoen also setzten wir uns draussen vor dem Cafe und es wurde ein interessantes, humorvolles (John ist der Humor in Person) und angeregtes gefuehrtes Interview. Ich muss sagen, dass ich kaum dazu kam, John die Dinge zu fragen, die ich mir auf meine Merkzettel notiert habe, da er mir bereits im Vorfeld alle Fragen ueber die Gruende seiner langen Abwesenheit und ueber sein neues Album Darklight beantwortete.

Wir haetten uns ewig so entspannt unterhalten koennen, waere da nicht Johns Zeitdruck mit seinen Jungs einen Soundscheck durchfuehren zu muessen.

In dieser Zeit blieb mir und Mario ein wenig Zeit nochmals durch das bunte, mitunter turbulente Geschehen der Verkaufstaende entlang zu schlendern und hie und da einige bekannte Musiker wieder zu treffen wie David Wright von ehemals Code Indigo, der mittlerweile mit seinem Soloprojekt unterwegs ist.

Der interessanteste Stand an diesem Tag war der von John und Freunde. Dabei moechte ich bemerken, dass die meisten E-Festivals hauptsaechlich von Maennern besucht werden, schade eigentlich! Und so war es nicht verwunderlich, das die beiden huebschen Maedels hinter John´s Verkaufstand nur so von maennlichen musikbegeisterten CD-Kaeufer bestuermt wurden (Sehr gute Verkaufstaktik).

Kurz vor Beginn des letzten Konzertes an diesem Abend, fuellte sich das Foyer des Theaters De Enck unaufhoerlich mit aufgeregten Besuchern. Endlich kam der ersehnte Einlass und fast alle Plaetze im Konzertsaal wurden daraufhin besetzt. Ron moderierte bereits im Verlauf des Tages souveraen durch die Konzertprogramme und auch diesmal kuendigte er, das vom Publikum mit viel Spannung ersehnten Hauptakt mit John Dyson und Freunde professionell und viel Witz an.

John brauchte jedoch noch ein wenig Zeit (fuer seine Garderobe) und so fuellte Stephan Whitlan, ein sehr guter Freund von John, kurzerhand das entstandene Zeitfenster. Stephan Whitlan stellte dem Publikum ein kurzes und sehr  beeindruckendes Repertoire seines Solos vor die mit vielen kleinen und lustigen (englischen) Einlagen gewuerzt wurden. Im Anschluss seines kurzen Auftritts sollte Stephan nochmals gemeinsam mit John sein Bestes geben.

Die Atmosphaere im Publikum war schon sehr geloest und als John und Freunde die Buehne betraten, wurden sie mit begeistertem Applaus empfangen.

Ein gelungener Auftakt, wie ich finde, nach so langer Buehnenabstinenz. Das abschliessende Konzert war einfach fulminant. In pikfeinen Anzuegen feierte John zusammen mit seinen Freunden bestehen aus Stephan Whitlan, Damian Rider, D-Lear und Marcus Dale die ihn an diesem Abend musikalisch begleiteten, sein 25 jaehriges Buehnenjubilaeum.

Damian, D-Lear und Marcus sind gleichzeitig Bandmitglieder der illustren Gruppe KIK und traten bereits mit John vor ca. 10 Jahren auf dem Schwingungen Festival in Schweden auf.

So gegensaetzlich und extrovertiert die Musiker  als KIK auftreten so ueberraschend leicht und gefuehlsvoll fuegten sie sich in Johns Musik ein.

Johns Musik entfuehrte mich in die Vergangenheit mit Stuecken wie Evoulution, Silverbird Moonwind etc bis hin in die Gegenwart mit dem wunderbaren Stueck Darklight ( momentan mein Lieblingsstueck!) aus seinem neuen Album Darklight.

Dieses letzte Stueck war auch visuell der Hoehepunkt an diesem einzigartigen Konzert.

Zwischen den Musikstuecken erzaehlte John einige Anekdoten die sehr lustig waren aber auch einige die mich nachdenklich stimmten. Nach dieser musikalischen Zeitreise gab es vom Publikum stehende Ovationen und nach zwei Zugaben ging langsam ein ereignisreicher, schoener Tag, der mich am vergangenen Glanz der elektronischen Szene erinnerte, zu Ende.

Abschliessend moechte ich sagen, dass das Musikfestival E-Day 2009, die auch in diesem Jahr erfolgreich von Ron und Kees veranstaltet wurden, mir und auch vielen anderen Liebhabern der elektronischen Musik lange in Erinnerung bleiben wird.


Rosnia Denaro

Die Highlights von Satzvey Castle 2008 am 19. April 2008